Was sich zum Jahreswechsel geändert hat
Bis 2025 galt ein fester Preis von 55 Euro pro Tonne CO₂. Ab 2026 legt die Bundesregierung keinen Einzelwert mehr fest — der Preis bewegt sich in einem Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne (MDR, 07.01.2026).
Das liest sich wie eine Fußnote zur Energiepolitik. Für den Mietpark ist es keine.
Der Betrag steht im Literpreis, nicht auf dem Angebot
Bei 65 Euro pro Tonne entspricht der CO₂-Anteil rund 20,7 Cent pro Liter Heizöl (TotalEnergies, 2026). Bei Diesel für Verbrennungsmotoren liegt der Anteil in derselben Größenordnung, weil er am Kohlenstoffgehalt des Kraftstoffs hängt und nicht am Verwendungszweck.
Der eigentliche Punkt ist ein anderer: Dieser Betrag erscheint auf keinem Angebot als eigene Zeile. Er steckt im Literpreis. Wer den Kraftstoffanteil mit einem Erfahrungswert je Liter kalkuliert und die Spanne nicht mitrechnet, trägt die Differenz selbst — bei jedem Aggregate-Tag, den er vermietet.
Was das praktisch bedeutet
Drei Dinge ändern sich, alles andere bleibt:
Erstens: Die Spanne gehört in die Kalkulation, nicht in die Hoffnung. Wenn der Preis zwischen 55 und 65 Euro schwankt, ist die ehrliche Rechnung eine Bandbreite und kein Punktwert. Ein Angebot, das mit dem unteren Ende rechnet, sieht günstiger aus und ist es nicht.
Zweitens: Der Kraftstoffanteil wird zur variablen Position. Bei einem Aggregat, das über Wochen läuft, kann die Differenz zwischen unterem und oberem Rand größer sein als die Marge. Wer sie nicht ausweist, merkt es erst am Monatsende.
Drittens: Die Vergleichsrechnung Diesel gegen Batterie wird empfindlicher. Nicht weil die Batterie billiger wird, sondern weil die Gegenseite eine Position dazubekommt, die sie vorher nicht hatte. Wer beide Varianten vergleicht, sollte den Kraftstoffpreis deshalb als Bandbreite ansetzen — sonst vergleicht er eine feste Zahl mit einer schwankenden.
Was daraus nicht folgt
Der CO₂-Preis macht aus einem Dieselaggregat keine Fehlinvestition. Er verschiebt das Verhältnis, er entscheidet es nicht.
Ob eine Akku-Einheit an einer Stelle wirklich passt, hängt weiterhin an drei Dingen: der Anschlussleistung der Werkzeuge, der Dauer zwischen zwei Ladevorgängen und der Frage, ob auf der Baustelle überhaupt eine Ladequelle steht. Wo diese drei Punkte nicht geklärt sind, ist das Aggregat die ehrlichere Antwort — auch mit 65 Euro pro Tonne.
Was sich ändert, ist die Richtung des Drucks. Und die Tatsache, dass die Position jetzt einen Namen hat.
Welche Zeile fehlt in Ihrem Mietangebot noch — der Kraftstoffpreis, die Wartung oder die Standzeit?

