Der Vergleich, der keiner ist

Ein Angebot nennt 2,7 kWh. Ein anderes nennt einen 5-Liter-Tank. Beide Zahlen stehen für Energie — und genau deshalb werden sie nebeneinandergestellt, obwohl sie zwei verschiedene Dinge messen. Die eine ist eine Energiemenge. Die andere ist ein Behältervolumen, dessen Energiemenge erst durch den Verbrauch entsteht.

Was in der Kilowattstunde schon feststeht

Bei unseren Einheiten ist die nutzbare Kapazität eine feste Angabe: 2,7 kWh pro P25. Sie ändert sich nicht mit dem Wetter, nicht mit dem Alter der Zelle und nicht damit, wie voll der Tank am Morgen war. Zwei Einheiten ergeben 5,4 kWh, drei ergeben 8,1 kWh. Die Kapazität addiert sich in Stufen, weil jede Einheit ihre eigene Zelle und ihr eigenes Schutzgerät behält.

Was im Liter noch nicht steht

Ein Liter Diesel enthält Energie. Wie viel davon als Strom an der Steckdose ankommt, hängt am Wirkungsgrad des Aggregats — und der Last. Ein Verbrennungsaggregat verbraucht auch im Leerlauf Kraftstoff. Der Verbrauch je erzeugter Kilowattstunde ist deshalb nicht konstant: Er hängt davon ab, mit welchem Anteil seiner Nennleistung das Aggregat läuft.

Das ist der Grund, warum „Verbrauch in l/h" ohne Lastfaktor keine Zahl ist, mit der man rechnen kann. Es ist eine Zahl mit einer fehlenden Bedingung.

Der einzige gemeinsame Nenner: Stunden bei Ihrer Last

Wer beide Seiten vergleichen will, muss beide auf dieselbe Einheit bringen — Stunden, und zwar bei der Last, die tatsächlich läuft. Für die Akkuseite ist das eine Division, die jeder nachrechnen kann:

| Last | 1 × P25 (2,7 kWh) | 2 × P25 (5,4 kWh) | 3 × P25 (8,1 kWh) |

|---|---|---|---|

| 0,5 kW | 5,4 h | 10,8 h | 16,2 h |

| 1,0 kW | 2,7 h | 5,4 h | 8,1 h |

| 2,5 kW | 1,08 h | 2,16 h | 3,24 h |

Die dritte Zeile ist die unbequeme: Bei Nennleistung hält eine Einheit gut eine Stunde, nicht einen Arbeitstag. Wer 2,5 kW gleichzeitig zieht, braucht drei Einheiten für eine Schicht — oder ein kleineres Lastprofil.

Was diese Tabelle nicht enthält

Die Zahlen sind eine Obergrenze, keine Zusage. Nicht eingerechnet sind Wandlungsverluste im Wechselrichter, der Temperaturgang der Zellen und die Frage, wie tief die Kapazität tatsächlich entladen wird. In der Praxis liegt die Laufzeit darunter — wie weit, hängt am Lastprofil und an der Umgebungstemperatur.

Für die Werkzeuge mit Anlaufstrom gilt zusätzlich: Die Einheit verkraftet kurzzeitig 5.000 W für bis zu zehn Sekunden. Ein Kompressor oder eine Kreissäge beim Anlaufen ist damit abgedeckt — dauerhaft nicht.

Die dritte Zeile, die im Angebot fehlt

Neben kWh und Liter gibt es eine dritte Position, die in kaum einem Vergleich steht: der Weg zur Energie.

Ein Aggregat braucht eine Fahrt zum Tanken — mit Fahrzeug, Person und Zeit, und zwar mitten in der Schicht. Eine Akkueinheit braucht eine Steckdose, und die steht entweder da oder nicht. Beides ist ein Aufwand, aber nicht derselbe: Der eine kostet Wege, der andere kostet eine Entscheidung über den Standort.

Deshalb ist die zweite Frage am Verleihtresen nicht „wie viel Kapazität", sondern „wo steht abends eine 230-V-Steckdose".

Die Rechnung am Tresen

Zwei Angaben reichen, um eine Konfiguration zu bestimmen: welche Last in kW läuft, und wie viele Stunden pro Schicht. Daraus folgt die Stufung — eine Einheit, zwei mit P25-D, drei mit P25-D, oder drei mit P25-T, wenn die Werkzeuge 400 V Drehstrom verlangen und keine Einzelgeräte sind.

Wer die Last nicht kennt, kann sie messen: eine Woche lang am Sicherungskasten oder an der Werkzeugliste ablesen. Das ist genauer als jede Faustformel.

Welche Zahl steht in Ihrem Angebot — Kilowattstunden, Liter oder Stunden?