Die Lage

Straßenaufbruch in einer Wohnstraße. Der Graben ist offen, die Schicht läuft bis in die Nacht, und auf der Sohle steht Wasser. Nicht viel. Aber genug, dass am Morgen die Auflager weich sind und die Verrohrung nachgesetzt werden muss.

Wer diese Lage kennt, weiß: Das Problem ist nicht die Leistung. Das Problem ist, dass die Pumpe laufen muss, wenn niemand mehr da ist.

Warum zuerst das Aggregat ausfällt

Ein Verbrenner ist für genau diesen Einsatz der falsche Nachbar. Drei Gründe, alle praktisch, keiner technisch:

  • Er ist laut, und es ist Nacht. In einer Wohnstraße mit offenen Fenstern ist das kein Komfortthema, sondern ein Anruf bei der Bauleitung.
  • Er braucht einen Abgasweg. Im Graben gibt es keinen. Neben dem Graben gibt es ihn nur, wenn der Wind mitspielt.
  • Er braucht Betankung. Eine Maschine, die acht Stunden unbeaufsichtigt läuft, ist eine Maschine, die jemanden braucht, der nach acht Stunden nach ihr sieht.

Eine Batterie hat keines dieser drei Probleme. Sie hat ein anderes, und das ist der eigentliche Punkt dieses Textes: sie hat eine endliche Menge Energie, und niemand merkt es, bis sie leer ist.

Was in der Praxis wirklich schiefgeht

Nicht die Pumpe. Drei andere Dinge.

1. Die Saughöhe. Eine Pumpe, die unten im Wasser steht, saugt nicht aus beliebiger Tiefe. Wie tief sie tatsächlich kommt, hängt von der Pumpenbauart und der Leitung ab — und dieser Wert ist bei fast allen kleinen Baupumpen kleiner, als der, den man beim Aufmaß im Kopf hat. Wer die Saughöhe nicht nachsieht, stellt die Pumpe zu hoch und wundert sich, dass sie trocken läuft.

2. Das Ablaufziel. Das Wasser muss irgendwohin. In die Kanalisation einleiten darf man nicht einfach so; auf die Straße geleitet läuft es zurück in den Graben. Diese Frage entscheidet über die Pumpengröße mehr als jede Kennlinie, und sie wird meistens als letztes geklärt.

3. Der Weg des Stroms. Die Pumpe steht unten, die Einspeisung steht oben. Dazwischen liegen Kabel, eine Steckverbindung im Nassen und ein Kantstein, über den niemand stolpern soll. Das ist keine Elektrofrage, das ist eine Wegefrage — und sie entscheidet, ob die Pumpe um zwei Uhr nachts noch läuft.

Die Prüfliste, bevor man Ja sagt

1. Wo steht die Pumpe, und wie tief saugt sie wirklich? Nachsehen, nicht schätzen.

2. Wohin darf das Wasser? Ablaufziel und Erlaubnis klären, bevor der Graben offen ist.

3. Wer sieht nach der Anlage? Ein Speicher, der acht Stunden läuft, braucht eine Person, die nach sechs Stunden einmal nachsieht. Diese Person muss benannt sein, nicht vermutet.

4. Was hängt sonst noch dran? Arbeitsstrahler, Absperrbeleuchtung, Ladegerät für die Messtechnik. Jede dieser Lasten kommt zur Pumpe dazu, und keine davon steht im Angebot.

5. Was passiert, wenn die Energie zu Ende geht? Nicht ob, sondern wann. Und was dann im Graben steht.

Was wir dazu nicht sagen

Wir haben für dieses Szenario keine Messung. Also nennen wir keine Laufzeit — keine Stunden, keine „bis zu". Was wir nennen können, ist die eine Zahl, die im Datenblatt steht: 2,7 kWh nutzbare Kapazität bei der P25.

Was daraus wird, rechnet man selbst, und zwar so: nutzbare Kapazität geteilt durch die Aufnahmeleistung der Pumpe. Die Aufnahmeleistung steht auf dem Typenschild der Pumpe, nicht in unserem Prospekt. Wer diese Division macht, bekommt eine Zahl, die für seine Pumpe gilt — und nicht für eine, die wir uns ausgedacht haben.

*Alle Geräteangaben aus dem Datenblatt. Laufzeiten sind last- und umgebungsabhängig; für dieses Szenario liegt keine eigene Messung vor. Die Prüfliste ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung.*

Der Satz, der bleibt

Wer eine Grube trocken halten will, plant nicht die Pumpe. Er plant den Ablauf und den Weg dorthin.

Weiterlesen: Powerstation auf der Baustelle