Der häufigste Dimensionierungsfehler

Die meisten Baustellen werden nach der Summe aller Anschlüsse ausgelegt. Das führt systematisch zu einer zu großen Auslegung — und zu einer zu teuren Lösung.

Der Fehler hat eine Ursache: Die Summe aller Anschlüsse ist leicht zu ermitteln. Die tatsächliche Gleichzeitigkeit ist es nicht. Also nimmt man die Summe und addiert Sicherheit. Am Ende steht ein Gerät, das die meiste Zeit bei 15 % Auslastung läuft.

Die richtige Bezugsgröße ist das Lastprofil — nicht die Anschlussliste.

Vier Schritte zum Lastprofil

Schritt 1 — Dauerverbraucher von Spitzenverbrauchern trennen

Listen Sie alle Geräte in zwei Spalten:

  • Dauerverbraucher: laufen über Stunden, gleichmäßig, moderate Leistung (Beleuchtung, Ladegeräte, Heizlüfter, Kühlgeräte)
  • Spitzenverbraucher: laufen kurz, ziehen viel (Winkelschleifer, Kernbohrmaschine, Trennschleifer, Schweißgerät, Rüttler)

Diese Trennung ist der ganze Trick. Dauerverbraucher bestimmen Ihre Energie, Spitzenverbraucher Ihre Leistungsklasse.

Schritt 2 — Anlaufströme der Spitzenverbraucher ermitteln

Der Anlaufstrom ist meist das Vier- bis Achtfache des Nennstroms, bei kurzer Dauer. Zwei Konsequenzen:

  • Die Spitzenleistung des Geräts muss den Anlauf abdecken, nicht die Nennleistung.
  • Läuft der Motor bereits, wenn der nächste Verbraucher startet, addieren sich die Anläufe.

Prüfen Sie das vor der Auswahl der Leistungsklasse. Nachträglich prüfen heißt: nachträglich größer kaufen.

Schritt 3 — Gleichzeitigkeit festlegen

Gehen Sie die Geräteliste nicht nach Anschlussplan, sondern nach Arbeitsablauf durch: Was läuft wirklich parallel, wenn ein Trupp arbeitet? Ein Innenausbau mit zwei Gewerken kommt selten über zwei gleichzeitige Spitzenverbraucher.

Schritt 4 — Energie gegen die Einsatzdauer rechnen

Leistung ist das eine, Energie das andere:

```

Benötigte Energie (Wh) ≈ Summe(Dauerlast in W × Stunden) + Summe(Spitzenlast in W × Minuten / 60)

```

Vergleichen Sie das Ergebnis mit der nutzbaren Energie des Geräts, nicht mit der Bruttokapazität. Zwischen beiden liegt je nach Entladetiefe ein erheblicher Unterschied — deshalb sollte der Anbieter Ihnen die nutzbare Energie nennen, nicht nur die Kapazitätszahl.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Ein Innenausbau-Abschnitt mit:

| Gerät | Leistung | Betrieb pro Tag |

|---|---|---|

| Beleuchtung (LED) | 200 W | 8 h |

| Ladegeräte Akkuwerkzeuge | 300 W | 4 h |

| Winkelschleifer (Spitze) | 2.400 W Anlauf, 1.100 W Nenn | 1,5 h verteilt |

| Trennschleifer (Spitze) | 2.200 W Anlauf, 900 W Nenn | 1 h verteilt |

Energie: 200 W × 8 h + 300 W × 4 h + 1.100 W × 1,5 h + 900 W × 1 h = 1.600 + 1.200 + 1.650 + 900 = 5.350 Wh

Leistung: Der Engpass ist nicht die Summe (rund 2.000 W Nenn), sondern der Anlauf — die beiden Trennwerkzeuge laufen selten exakt gleichzeitig, aber wenn doch, addieren sich rund 4.600 W Anlauf. Zwei gleichzeitige Spitzenverbraucher sind der Regelfall auf einem Abschnitt mit zwei Gewerken.

Ergebnis: Es wird eine Konfiguration gesucht, die rund 5,3 kWh nutzbare Energie und etwa 4,6 kW Spitzenleistung abdeckt. Beides erfährt man nicht aus der Anschlussliste — nur aus dem Ablauf.

Erweiterbar planen statt einmalig überdimensionieren

Der Bauabschnitt ist die falsche Planungsgröße für das ganze Projekt. Die P25-Serie ist deshalb parallel aufgebaut: 2.500 W einzeln, 5.000 W mit P25-D oder 7.500 W als Drehstrom 400 V mit P25-T — bei 230 V / 16 A, 29 kg pro Einheit.

Praktisch heißt das: Sie beginnen mit einer Einheit für den ersten Abschnitt und ergänzen, wenn die Gleichzeitigkeit steigt oder ein 400-V-Verbraucher dazukommt. Jede Einheit bleibt von Hand tragbar; die Anlage wächst mit dem Projekt statt mit der Anschlussliste.

Für dreiphasige Verbraucher (Kreissäge, größere Schweißgeräte) ist der 400-V-Ausgang der P25-T-Konfiguration der relevante Punkt — solche Lasten lassen sich nicht aus einer Summe einzelner Schuko-Ausgänge erzeugen.

Welche Zahlen Sie schriftlich verlangen sollten

1. Dauerleistung, Spitzenleistung und Dauer der Spitze (in Sekunden, nicht „kurzzeitig")

2. Nutzbare Energie bei benannter Entladetiefe

3. Anlaufverhalten bei induktiver Last

4. Ausgangsform und Anzahl der Phasen — einphasig 230 V oder dreiphasig 400 V

5. Gewicht pro Einheit, wenn die Anlage von Hand bewegt wird

Punkt 5 wird regelmäßig unterschätzt: Eine Anlage, die nicht an ihren Einsatzort getragen werden kann, braucht einen zweiten Transportweg — und verteuert den Einsatz unabhängig von der Leistung.

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Senden Sie uns Ihre Geräteliste mit Gleichzeitigkeit und Anlaufströmen — wir rechnen das Lastprofil mit Ihnen durch und empfehlen eine Konfiguration. Preise auf Anfrage.