Am 22. Oktober hat der Bundesverband Solarwirtschaft seine Auswertung des Marktstammdatenregisters vorgelegt. Die Schlagzeile lautet: 8,2 Gigawattstunden neuer Batteriespeicher in den ersten neun Monaten 2026, ein Plus von 91 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, verteilt auf mehr als eine halbe Million neu in Betrieb genommene Anlagen.

Für alle, die Strom auf Baustellen bringen, ist die interessantere Frage eine andere: Wo in dieser Meldung steht eigentlich die Baustelle?

Vier Posten, die sich auf 8,2 addieren

Die Meldung schlüsselt den Zubau nach Segmenten auf:

  • Großspeicher: rund 3,8 Gigawattstunden, mehr als vervierfacht gegenüber dem Vorjahreszeitraum (rund +350 Prozent). Auf dieses Segment entfiel etwa die Hälfte der neu installierten Kapazität.
  • Heimspeicher: 3,2 Gigawattstunden, plus 20 Prozent.
  • Gewerbespeicher: rund 0,7 Gigawattstunden, plus 67 Prozent.
  • Kleinstspeicher: etwa 0,5 Gigawattstunden, plus 33 Prozent.

3,8 plus 3,2 plus 0,7 plus 0,5 ergibt 8,2. Die vier Posten summieren sich sauber auf die Gesamtzahl, die der Verband nennt. Das ist keine Selbstverständlichkeit und der erste Punkt, den man bei solchen Meldungen prüfen sollte.

Was das Register zählt – und was nicht

Das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur erfasst Anlagen nach Typ und Größenklasse: Groß-, Heim-, Gewerbe- und Kleinstspeicher. Es erfasst sie nicht danach, ob eine Einheit ortsfest im Keller steht oder ob sie auf einem Anhänger zur Baustelle fährt.

Daraus folgt eine Grenze, die wir lieber offen benennen, als sie zu überspielen: Aus dieser Meldung lässt sich nicht ablesen, wie viel Speicherkapazität tatsächlich auf Baustellen arbeitet. Es gibt dafür keine Zahl in der Quelle. Also geben wir auch keine.

Wer an dieser Stelle eine Prozentzahl für „den Baustellenanteil" liest, hat sie nicht aus dieser Statistik. Wir haben sie nicht hineingerechnet.

Drei Signale, die sich trotzdem lesen lassen

Erstens: Das Wachstum sitzt am Netz, nicht am Bauzaun. Die Hälfte des Zubaus – 3,8 Gigawattstunden – entfällt auf Großspeicher, die an Umspannwerken und auf Netzebenen stehen. Diese Kapazität ist volkswirtschaftlich hochrelevant und für einen Tiefbauleiters morgens um sieben ohne Belang.

Zweitens: Gewerbespeicher sind der einzige Posten, der dem Betriebsalltag nahekommt. 0,7 Gigawattstunden, plus 67 Prozent – gemessen an den 8,2 Gigawattstunden insgesamt sind das rund 8,5 Prozent (unsere Rechnung, nicht die des Verbands). Dieser Posten umfasst Speicher bei Gewerbebetrieben, nicht auf Baustellen. Ein Betriebsgebäude ist kein Arbeitsgraben.

Drittens: Die politische Agenda dreht sich um Netze, nicht um Baustrom. Die 15 Reformvorschläge, die der Verband am selben Tag veröffentlicht hat, zielen auf flexible Netzanschlussvereinbarungen, Ausschreibungen für Speicher an Umspannwerken und eine Reform des Redispatch. Das sind wichtige Themen. Keines davon betrifft die Frage, wie ein Bohrgerät ohne Netzanschluss über den Tag kommt.

Warum die Baustelle eine andere Rechnung hat

Eine netzgekoppelte Speicheranlage beantwortet die Frage: Steht genug Leistung bereit, wenn das Netz sie braucht? Eine Einheit auf der Baustelle beantwortet eine andere Frage: Reicht die Energie, um diese Werkzeuge, an diesem Platz, für diese Schicht zu betreiben?

Die zweite Frage lässt sich nicht mit einer Zubauzahl in Gigawattstunden beantworten, weil sie den Verbraucher nicht kennt. 2,7 Kilowattstunden sind keine Aussage über einen Arbeitstag. Sie sind der Zähler in einer Division, deren Nenner erst vor Ort entsteht.

Unsere beiden 230-Volt-Einheiten, wie sie auf hitama.net registriert sind:

  • P25: 2.500 Watt Dauerleistung, 5.000 Watt Spitze (bis 10 Sekunden), 2,7 Kilowattstunden, 29 Kilogramm.
  • P25-D: 5.000 Watt Dauerleistung, 10.000 Watt Spitze, 5,4 Kilowattstunden, rund 60 Kilogramm.

Zwei davon lassen sich koppeln. Was wir dazu nicht sagen: wie lange eine Einheit auf Ihrer Baustelle durchhält. Diese Zahl entsteht aus Ihrem Werkzeugpark, nicht aus unserem Datenblatt. Und was wir ebenfalls nicht sagen: wie viel Geld Sie gegenüber einer anderen Lösung sparen. Für eine solche Rechnung fehlen uns Ihre Dieselpreise, Ihre Wartungsintervalle und Ihre Auslastung – und wir erfinden sie nicht.

Was Vermieter und Baustromplaner daraus mitnehmen können

Der Speichermarkt wächst schnell, und das ist eine gute Nachricht für die Branche. Aber die Wachstumszahlen beschreiben einen Markt, in dem Ihre Mieteinheit nicht vorkommt. Wer daraus schließt, der Baustellenmarkt sei automatisch mitgewachsen, schließt von einer Statistik auf einen Bedarf, den diese Statistik nicht erhebt.

Praktisch heißt das: Die Entscheidung, ob eine Batterie auf die Baustelle fährt und der Dieselgenerator zu Hause bleibt, wird weiterhin am Arbeitsgraben getroffen und nicht im Marktbericht. Sie hängt an drei Dingen, die sich in keiner Gigawattstunden-Zahl wiederfinden: der Werkzeugliste, der Schichtlänge und der Frage, ob jemand die Einheit abends wieder auflädt.

Quellen und Vorbehalte

Die Zahlen stammen aus der Auswertung des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur durch den BSW-Solar, veröffentlicht am 22. Oktober 2026, Datenstand 12. Oktober 2026. Der Verband weist selbst darauf hin, dass Nachmeldungen die Zubauwerte noch erhöhen können – die 8,2 Gigawattstunden sind also eine Untergrenze, keine Obergrenze.

Die Angabe, dass zusätzliche Speicherkapazität von 80 Gigawattstunden Verbraucher und Bundeshaushalt um nahezu vier Milliarden Euro hätte entlasten können, stammt aus einer Berechnung des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik, die der Verband zitiert. Es ist nicht unsere Rechnung, und sie bezieht sich auf das Vorjahr, nicht auf 2026.

Die Relation von 0,7 zu 8,2 Gigawattstunden – rund 8,5 Prozent – haben wir selbst gebildet; der Verband nennt sie nicht. Produktangaben entsprechen dem auf hitama.net veröffentlichten Stand. Reichweiten und Einsparungen geben wir für keinen Einsatzfall an, solange wir sie nicht selbst gemessen haben.

Originalmeldung: BSW-Solar, 22.10.2026

Wer die Einheiten vergleichen will, findet die registrierten Werte auf der Produktübersicht und die Einsatzlogik ohne Netzanschluss unter Akku-Stromerzeuger.