Eine Leitung wird nach Metern gekauft und nach Stecker ausgewählt. Was sie im Stromkreis anrichtet, entscheidet ihr Querschnitt – und auf einer Baustelle mit einer 230-V-Dose und weiter Entfernung zum Arbeitsplatz kann das Kabel unbemerkt ein Zehntel der Leistung schlucken, bevor am Werkzeug überhaupt etwas ankommt.
Ein Kabel ist ein Widerstand, der flexibel ist. Kupfer leitet nicht verlustfrei, und der Widerstand wächst mit der Länge und sinkt mit dem Querschnitt: rund 0,0175 Ohm pro Meter und Quadratmillimeter bei 20 °C. Jeder Meter zwischen Aggregat und Werkzeug liegt damit im Stromkreis – ob er auf der Werkzeugliste steht oder nicht.
Die Leitung ist im Kreis, ob man sie mitzählt oder nicht
Dreißig Meter 1,5 mm² bei 16 Ampere. Der Schleifenwiderstand liegt bei etwa 0,70 Ohm, der Spannungsfall bei 11,2 Volt – 4,9 Prozent von 230 –, und 179 Watt werden im Kabel in Wärme umgesetzt. Das Aggregat liefert 2.500 W, am Werkzeug kommen rund 2.320 W an. Die Differenz liegt auf dem Boden und wird warm.
Der doppelte Querschnitt halbiert die Zahlen. Bei 30 Metern und denselben 16 Ampere über 2,5 mm² bleiben 6,7 Volt Spannungsfall, 2,9 Prozent, und 107 Watt im Kabel. Sonst hat sich nichts geändert: gleiches Aggregat, gleiches Werkzeug, gleicher Strom.
Die Planungsgröße der meisten europäischen Installationen sind fünf Prozent. Nicht weil das Werkzeug bei fünf Prozent stehen bleibt, sondern weil alles Nachgelagerte dazukommt. Eine 50-Meter-Leitung in 1,5 mm² verliert bei 16 Ampere schon für sich 8,1 Prozent – vor jeder Steckdosenleiste, vor der Werkzeugleitung und vor einem warmen Leiter, dessen Widerstand über dem 20-°C-Wert liegt.
Warum das Werkzeug bei dreißig Metern ausfällt und bei fünf nicht
Ein Motor läuft nicht von Spannung allein an. Ein Induktionsmotor zieht das Vier- bis Achtfache seines Nennstroms, bis er auf Drehzahl ist. Bei abgesenkter Klemmenspannung braucht er länger, um zu beschleunigen, und zieht diesen erhöhten Strom entsprechend länger. Das Überlastfenster, gegen das das Aggregat schützt, ist in Sekunden bemessen – ein längerer Anlauf zehrt daran.
Die Abschaltung ist meistens richtiges Verhalten. Die Elektronik sieht einen Strom über dem Nennwert, länger als ihre Kennlinie erlaubt, und schaltet ab. Das ist der Schutz bei der Arbeit. Das Problem sitzt vor dem Schutz: in einem Kabel, das nach Stecker ausgewählt wurde und nicht nach Länge.
Dieselbe Rechnung gilt für das Schutzorgan. Eine lange, dünne Leitung erhöht die Impedanz der Fehlerschleife, und eine zu hohe Schleifenimpedanz ist genau das, was FI-Schutzschalter oder Leitungsschutz daran hindert, in der vorgesehenen Zeit auszulösen. Eine zu lange Leitung ist kein reines Spannungsproblem, sondern auch ein Schutzproblem.
Die billigste Lösung ist ein kürzeres Kabel
Das Aggregat zu tragen ist günstiger als Kupfer zu kaufen. Die P25 wiegt 29 kg – eine Person trägt sie, eine Person zieht sie auf der Sackkarre. Steht sie zwei Meter neben dem Werkzeug, existiert die 30-Meter-Leitung nicht mehr: kein Spannungsfall zu rechnen, kein Ring auf dem Boden, nichts zum Stolpern.
Das ist die Designentscheidung, kein Kompromiss. 2.500 W Dauerleistung und 5.000 W Spitze in einem 29-kg-Gehäuse, IP54 und lüfterlos – tragbar gerade deshalb, weil die letzten dreißig Meter nicht mit Kabel überbrückt werden sollen. Wo die Arbeit wandert, wandert das Aggregat mit.
Bleibt die Entfernung, muss der Querschnitt wandern. Zehn Meter 1,5 mm² bei 16 Ampere sind unkritisch; ab 25 Metern ist 2,5 mm² das sinnvolle Minimum, und zwar ein Werkzeug zur Zeit. Zwei Werkzeuge an einer langen Leitung sind der Fall, in dem die Rechnung aufhört, akademisch zu sein.
Ist das Werkzeug größer, wächst die Plattform statt des Kabels. Die P36 liefert 3.600 W Dauerleistung bei 20.000 W Spitze und wiegt 21–23 kg; P25-D ergibt mit zwei Geräten im Parallelbetrieb 5.000 W und 5,4 kWh; die P25-T-Konfiguration liefert 7.500 W bei 400 V Drehstrom für Werkzeuge, die an 230 V gar nicht laufen.
Was das nicht löst
Es ist keine feste Installation. Ein tragbares Aggregat speist seine eigenen Ausgänge. Es lässt sich nicht in die Hausverteilung einspeisen und ersetzt sie nicht.
Es ist keine USV. Zwischen Netzausfall und dem Anschließen des Aggregats liegt eine Lücke, und die Geräte sehen sie.
IP54 ist Spritzwasserschutz, kein Untertauchen. Eine Leitung in der Pfütze bleibt eine Leitung in der Pfütze; die Schutzart wandert nicht das Kabel entlang.
Parallelbetrieb verkürzt das Kabel nicht. Ein zweites Gerät erhöht die Leistung am Verteiler. Der Fall zwischen Verteiler und Werkzeug bleibt unverändert, weil er eine Eigenschaft des Kupfers ist.
Was vor der Bestellung zu messen ist
Drei Zahlen entscheiden die Konfiguration. Die Entfernung zwischen dem sicheren Standplatz des Aggregats und dem tatsächlichen Arbeitsplatz; der Anlaufstrom des größten Werkzeugs auf dieser Strecke; und ob auf der Baustelle irgendetwas 400 V braucht.
Schicken Sie diese drei Zahlen und die Werkzeugliste. Wir rechnen Querschnitt, Strecke und Konfiguration durch, damit das Werkzeug anläuft – und sagen dazu, wo die Grenze liegt.

